Kurzbeschreibung


Das Sternstunden-SchulCHEN ist ein Kooperationsprojekt das Erich Kästner Kinderdorfs und der Franz-Ludwig-von-Erthal Schule (Sonderpädagogisches Förderzentrum Haßfurt). Unser Konzept ist von der Regierung von Unterfranken genehmigt und wird von der Universität Frankfurt wissenschaftlich begleitet. Wenn Sie sich näher für unsere konzeptionellen Grundlagen interessieren, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.

Welche Kinder/Jugendliche kommen zu uns?

  • Jungen und Mädchen im Alter zwischen 6 und 16 Jahren der Jahrgangsstufen 1 - 9 aller Schularten. Diese jungen Menschen sind stationär im Erich Kästner Kinderdorf untergebracht.
  • Für manche Kinder wird der Schulbesuch zu einer Aufgabe, an der sie scheitern. Manchen Kindern gelingt der Schulbesuch erst, wenn sie nicht mehr durch belastende Faktoren an ihrer Leistungsfähigkeit gehindert werden.

Belastende Faktoren


Die heiminterne vorübergehende Beschulungsmaßnahme ist dann angezeigt, wenn die Kinder und Jugendlichen auf Grund ihrer Belastungen und/oder Auffälligkeiten am Regelschulbesuch zu scheitern drohen oder bereits gescheitert sind und/oder der Heilungsprozess durch die aktuelle schulische Situation gefährdet wird. Die Gründe dafür sind vielfältig und bedingen sich teilweise wechselseitig.
  • traumatische Erfahrungen vor der Aufnahme (z.B. Misshandlung, Missbrauch)
  • Verhaltensauffälligkeiten, die den Schulbesuch an einer Regelschule behindern (z.B. Aufmerksamkeitsstörung mit und ohne Hyperaktivität, aggressive Verhaltensweisen, Tourette-Syndrom)
  • Teilleistungsstörungen bzw. deren sekundären Begleiterscheinungen
  • psychisch kranke Eltern
  • Essstörungen
  • Schulangst, Schulphobie, Schulverweigerung
  • Reizkontrollstörung
  • Borderlinesyndrom
  • Morbus Hirschsprung
  • Bindungsstörung
  • cerebrale Bewegungsstörung
  • Depressivität
  • Posttraumtische Belastungsstörung
  • komplexe Traumafolgestörung

Von wem werden sie betreut und unterrichtet?

Die Beschulung, Betreuung und Therapie der Schüler erfolgen durch ein multiprofessionelles Team:

eine Diplomsozialpädagogin

eine Studienrätin im Förderschuldienst

eine Ergotherapeutin

ein Erzieher im Anerkennungsjahr

Der Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Teilzeitkräfte, deren Arbeitszeiten am Bedarf der Kinder flexibel gestaltet wird. Dabei stehen die pädagogische Präsenz und die Kontinuität im Vordergrund.

Ergänzt wird das Team durch zwei Fachoberlehrerinnen, die in der Projektarbeit eingesetzt sind, sowie dem örtlichen Pfarrer, der den Religionsunterricht übernimmt. Sie werden immer von einem Mitarbeiter des Kernteams begleitet, damit der Beziehungsaspekt gewährleistet ist.

Bei Bedarf steht ein Diplompsychologe sowie ein Kinder- und Jugendpsychiater für die medizinische Diagnostik zur Verfügung.

Was sind unsere Ziele?


  • Erarbeiten von Stärken und Ressourcen
  • Aufdecken von Störungen (wie z.B. Teilleistungsstörungen), deren Einfluss auf Leistungs- und Sozialverhalten erkennen und einen konstruktiven Umgang damit erlernen
  • Abbau von Ängsten
  • Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Entwicklung eines positiven Selbstkonzeptes und einer positiveren Selbsteinschätzung
  • Stabilisierung des Lern-, Leistungs-, und Arbeitsverhaltens
  • Verbesserung von wichtigen Intelligenzstützfunktionen wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis
  • Erreichen eines adäquaten Leistungsstandes
  • Entwicklung von Freude an der Leistung und Freude an der Schule
  • Wiedereingliederung ins Regelschulsystem
In einem besonderen Rahmen soll diesen Schülern die Möglichkeit gegeben werden, sich zu stabilisieren, um sie dann schnellst möglich in eine dem Kind angemessene Schulform integrieren zu können. Hierfür müssen eine ausführliche Diagnostik, die Stabilisierung der psychischen Situation und das Training sozialer und schulischer Fertigkeiten gezielt erfolgen.

Trainingsphasen


Erfolg bedeutet für uns, dass der Schüler in eine "externe" Schule, dass heißt einen für ihn geeigneten Förderort, integriert wird. Bei uns durchläuft er bis dahin folgende Phasen:

Was ist das Besondere bei uns?


Im Mittelpunkt aller pädagogischen und therapeutischen Überlegungen steht der Schüler mit seinen besonderen Bedürfnissen und seinen individuellen Stärken. Wir gestalten den Alltag so, dass es dem Schüler gelingt erfolgreich zu lernen. Um dies zu ermöglichen, haben wir bei uns einige Besonderheiten:

Von den Stärken ausgehen
Jedes Kind hat Stärken. Hier setzten wir an, damit sich die Schüler erfolgreich erleben können.

Lösungsorientierung
Wir beobachten, was die Schüler können und bauen darauf unsere individuellen Förderpläne auf. So erleben sich die Schüler erfolgreich, haben Freude an ihrer Leistung und sind zu Leistungssteigerungen motiviert.

Heilpädagogische Beziehungsarbeit
Eine positive Grundstimmung wirkt sich positiv auf das Lernverhalten unserer Schüler aus. Fühlt sich ein Schüler in seiner Lerngruppe sicher, kann er sich für das Lernen besser öffnen.

Gemeinsame Leitung
Die Sozialpädagogin und der Sonderschullehrer bilden das Leitungsteam. Sie tragen gemeinsam die Verantwortung für das Sternstunden-SchulCHEN.

Null - Fehler - Grenze
Die Anforderungen an die Schüler liegen knapp über dem, was jeder Schüler individuell leisten kann. So sind die Aufgaben erfüllbar, aber nicht langweilig oder monoton.

Licht des Tages
Jeder Schultag endet mit dem „Licht des Tages“, bei dem jeder Schüler seine positiven Tageserlebnisse berichten darf.

Flexibilität: Es ist keine Umschulung nötig
Die Schüler bleiben Schüler der „externen“ Schulen. Somit ist keine Umschulung nötig und wir können das Spektrum von der Förderschule bis zum Gymnasium abdecken.

Lernen
Die meisten Lerninhalte sind in einen lebenspraktischen Sinnzusammenhang eingebettet und an den Interessen der Schüler orientiert. Dadurch erkennen die Schüler die Notwendigkeit von Lernen und entwickeln gleichzeitig Freude am Lernen und an der erbrachten Leistung. Die Pädagogen sind Lernbegleiter und organisieren die Bedingungen (Umfeld und Strukturen), unter denen gelernt werden kann.

Besondere Unterrichtsfächer:
- Wünsch dir was: Die Schüler sollen lernen ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und sich als selbstwirksam erleben.
- Das tut mir gut: Im Rahmen der Psychoedukation sollen die Schüler zu einem besseren Selbstverstehen kommen und Selbstregulationsfähigkeiten einüben können.
- 365 Tage Ich: Die Schüler nehmen sich im Jahresverlauf mit seinen wichtigen Stationen wahr und steigern ihr Selbstwertgefühl über das Sammeln von Erfolgserlebnissen und glücklichen Momenten.
- Das kann ich schon: Das gezielte Abfragen von Inhalten die gesichert sind generiert Erfolgserlebnisse und schafft die Erfahrung erfolgreicher Prüfungssituationen.  

Ganztagesschule
Die Einrichtung ist von Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr – 15.30 Uhr und freitags von 8.00 Uhr – 12.30 Uhr geöffnet. Eine Trennung von Schule und Tagesstätte gibt es nicht.

wissenschaftliche Begleitung
Die Arbeit in unserer Einrichtung wird von der Universität Würzburg wissenschaftlich begleitet. Über einen Zeitraum von fünf bis sechs Jahren wird eine qualitative Untersuchung durchgeführt.